28.02.2021
Was wir heute von General von Moltke lernen knnen

Was wir heute von General von Moltke lernen können

Die gegenwärtige Corona Situation und die absolute Hilflosigkeit der Politik erinnert stark an die Preussische Armee vor der Heeresreform von Moltkes. Die preußische Armee konnte auf Knopfdruck alles tun, aber sie war weder flexibel noch agil. Mitdenken wurde ebenfalls nicht belohnt. Die Gegner, besonders die Franzosen, waren schneller und motivierter. Die meisten preußischen Generäle hatten das 80. Lebensjahr bereits überschritten. Und je älter die Menschen sind, desto schwerer tun sie sich mit Wandel und Veränderung. Kurz: Die preußische Armee hatte einen viel zu alten Führungsstab und wirkte wie eine Armee von Robotern. 

General von Moltke, der nach eigenen Angaben „in sieben Sprachen schweigen“ konnte, leitete lange Zeit den preußischen Generalstab. Und sah, dass es so nicht weitergehen konnte.

Von seinen Erfahrungen ausgehend schrieb Moltke im Jahre 1869 den Essay „Aus den Verordnungen für die höheren Truppenführer“. Wahrscheinlich ist dies das erste Dokument moderner Zeiten, das die Herausforderungen einer Führungskraft in einer großen Organisation behandelt. Moltke kannte das Problem, das immer dann auftaucht, wenn Menschen in großen Organisationen, seien es Armeen oder Unternehmen, Ziele umsetzen sollen und wollen. Es ist die Diskrepanz zwischen Zielorientierung und Eigenständigkeit. Eigentlich kann ein Mensch, ob Soldat oder Angestellter in einer Firma, der klaren Anweisungen ohne Diskussionen und Rückfragen folgt, nicht eigenständig handeln. Auf der anderen Seite kann eine Person, die eigenständig und selbstdenkend agiert, kaum ohne Konflikt einem höheren Befehl folgen. 

Was denkt ihr? Brauchen wir jetzt auch einen wie Moltke?

Mehr dazu gibt es in den nächsten Posts und natürlich in einem neuen „Survival Guide“ für die Management Etage, der im Oktober bei Gabal erscheint. 

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